Adipositas und psychiatrische Erkrankung

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    • Adipositas und psychiatrische Erkrankung

      Hallo,
      ich bin neu hier und durchblicke das Forum noch nicht ganz. Deshalb sorry, falls ich hier an der falschen Stelle poste.

      Ich habe einen Bodymass-Index von 46 und gerade jetzt, nachdem ich das heiße Wetter so schlecht vertrage, die Schnauze voll. Ich möchte mich operieren lassen.
      Allerdings habe ich gelesen, dass keine manifeste psychiatrische Erkrankung vorliegen darf. Wunderbar. Ich habe eine PTBS und eine schizoaffektive Störung.

      Ich habe eine Traumatherapie gemacht und es geht mir psychisch sehr gut. Mittlerweile bin ich seit zwei Jahren psychosefrei und auch die PTBS ist kein großes Problem mehr.

      Hat hier irgendjemand ähnliche Erfahrungen? Bin um jeden Bericht sehr dankbar.

      LG Merula
    • Willkommen bei uns.

      Ich denke Du bist für dich auf einem guten Weg und Du solltest dies auch bei Deinem Erstgespräch auch erwähnen.
      Einige machen das bewusst nicht, was sich oft im nach hinein als schwierig erweist.

      Manchmal muss man ja auch medikamente nehmen die man vielleicht nach einer Op nicht mehr verträgt, bzw die man nach so einer Op man den Wirkstoff nicht mehr so aufnehmen können. Einige Medikamente haben auch als Nebenwirkung, Essanfälle, ect.

      Und ich persönlich glaube, eine Persönlichkeitsstörung haben alle Menschen irgendwie, der eine stärker und der andere schwächer. Und nach einer solchen Op verändern sich viele auch von der Psyche her. Viele geben das zwar nicht zu. Die ersten paar Jahre schwimmt man auf einer Welle. Alles ist super, ich bin anderst... nach einer weile lässt das nach und wenn man da nicht gut gefestigt ist fällt man in ein Loch. Wenn Du Dich zu so einem Schritt entschliesst. Sprech das mit Therapeut und der Klinik ab, das Du menthal nicht alleine bist und nach diese Welle der Glückshormone-Ausschüttung nicht den Blues bekommst. Denk Dir immer die Therapie ist der Handlauf Deiner Treppe die Du gehen willst und er ist immer da wenn Du ihn brauchst.

      Verschweigen von was ist immer ein Boomerang, der wenn er zurück kommt einem erst mal umhaut.
      Und ich finde es toll das Du das so offen ansprichst.

      Ach ja, und ich kann dich gut verstehen. So eine Therapietherapie ist echt kein Zuckerschlecken.
      Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.
      Aldous Huxley
    • Hallo Merula,
      vor einiger Zeit konnten Deine Begleiterkrankungen noch zu einer Ablehnung dieser OP führen.
      Mittlerweile werden aber auch viele OP's befürwortet, bei denen die Patienten psych. Erkrankungen haben.

      Es sollte eigentlich bei jedem Patienten sogenannte Fallentscheidungen geben. Da setzen sich die Therapeuten, Chirurgen, Ernährungsberater etc. zusammen und besprechen Ihre Patienten. Will damit sagen, dass eben Patienten mit einer psych. Erkrankung sehr engmaschig betreut werden sollten. Noch mehr, wie das allgemein gehandhabt wird im Moment. So sind alle mitbehandelten Ärzte und Therapeuten immer im Austausch.
      Natürlich muss das ganze vor OP stattfinden, aber auch ganz ganz wichtig ist die Nachbetreuung. Es hört also nicht mit OP auf.
      Ich kenne viele Patienten die einen ähnlichen Hintergrund haben und die OP wurde genehmigt und sie kommen bestens damit klar. Aber wie gesagt, es gehört viel Vorbereitung dazu, und damit hört es nicht auf. Du musst dir im klaren sein und damit einverstanden sein, dass du einen langen Weg danach noch begleitet werden musst.

      Du bist ja schon in Therapie, was meint denn dein Therapeut dazu, das ist ja jetzt wohl für dich die erste Anlaufstelle. Gibt der schon grünes Licht? Findet er, das ist für dich der passende Weg, oder müsst ihr da noch etwas drüber sprechen? Der muss halt voll und ganz hinter dir stehen.
      Der zweite Weg wäre dann ein Adipositas-Center und das Gespräch mit den Chirurgen.
      Alle Unterlagen, Arztberichte, Therapienachweise etc. schon mal sammeln und zu jedem Termin mitbringen.
      Auch fordern die Krankenkasse ein sog. MMK - MultiModalesKonzept. Die wollen einen Nachweis (ziemlich zeitgleich, also nix Uraltes) über Sport-Bewegung, Ernährungsberatung, Therapie.
      Therapie machst du ja schon, meistens will die KK eine Verhaltenstherapie. Wie sieht es mit Ernährungsberatung und Sport aus?

      Du kannst auch schon im voraus deine KK anrufen und nachfragen was sie alles an Unterlagen benötigen oder wollen. Das ist von KK zu KK unterschiedlich. Es hängt auch noch von deinen anderen Begleiterkrankungen ab, manchmal kann sie die Kostenzusage in die Länge ziehen, oftmals geht es aber auch ganz schnell.
      Wenn du das nicht magst, sammle einfach die Unterlagen, Gutachten etc. und reiche diese ein und warte dann auf eine Antwort.
      Jede Vorgehensweise ist dir selbst überlassen. Je nach Deinen Vorlieben.

      Halte uns auf dem laufenden
      Marion